Abschied von der Brügger Vereinshalle – und Raum für Neues

In der vergangenen Woche hat der Abriss der Brügger Vereinshalle sichtbar begonnen. Die beauftragte Firma ist inzwischen mit schwerem Gerät vor Ort: Ein Bagger arbeitet sich von der Rückseite des Gebäudes vor, mehr als die Hälfte der Halle ist bereits verschwunden. Ein Anblick, der bei vielen Brüggerinnen und Brüggern gemischte Gefühle auslöst.

Über viele Jahre hinweg war die Vereinshalle ein zentraler Treffpunkt im Stadtteil. Unzählige Feste, Feiern und Veranstaltungen der örtlichen Vereine fanden hier statt. Auch private Anlässe wie Geburtstage, Jubiläen oder Hochzeiten wurden in der Halle gefeiert. Für viele Menschen ist sie daher eng mit persönlichen Erinnerungen verbunden – ihr Abriss markiert für viele ein emotionales Kapitelende.

Eine Halle, die nicht zu retten war

Die Brügger Vereinshalle ist bereits seit längerer Zeit geschlossen. Nach dem Hochwasser und den Einschränkungen während der Corona-Pandemie konnte der frühere, sehr beliebte Veranstaltungsbetrieb nicht mehr aufgenommen werden. Das Gebäude war stark beschädigt, eine wirtschaftlich sinnvolle Sanierung nicht möglich. Die Trägergemeinschaft der Vereine leitete daraufhin ihre Auflösung ein, im Juni 2024 wurde das Grundstück samt Gebäude an die Stadt Lüdenscheid zurückgegeben.

In der Folge entschied die Stadtverwaltung, die Halle abzureißen und erste Überlegungen für eine neue Nutzung des Grundstücks anzustoßen. Noch vor dem Abriss wurden vorbereitende Maßnahmen umgesetzt: So zog die zuvor auf der Halle montierte Sirene auf das DRK-Heim um, außerdem wurden dort Fledermauskästen angebracht, um den Tieren für die Brutzeit alternative Quartiere zu bieten.

Bürger*innen gestalten die Zukunft mit

Am 25. Juni 2025 fand eine öffentliche Beteiligungsveranstaltung statt, bei der Vertreter*innen der Verwaltung gemeinsam mit dem Quartiersmanagement, der STL sowie dem städtischen Fachdienst Umwelt und Freiraum über den aktuellen Stand der Arbeiten informierten und Fragen aus der Bürgerschaft beantworteten. Im Rahmen des Termins wurden zudem erste Ideen und Wünsche aus dem Stadtteil für eine mögliche zukünftige Nutzung der Fläche gesammelt, die für die weiteren Planungen und Entscheidungen der Stadtverwaltung sicherlich eine wichtige Bedeutung hat.

In der Auswertung der Beteiligung wurde deutlich, dass sich viele Bürger*innen einen stadtteilzentralen, generationsübergreifenden Begegnungsort mit hoher Aufenthaltsqualität wünschen. Genannt wurden unter anderem eine nachhaltige und naturnahe Gestaltung, Sitzgelegenheiten sowie eine flexibel nutzbare Freifläche für kleinere Veranstaltungen oder besondere Stadtteilangebote.

Die Stadtverwaltung hat die eingebrachten Anregungen wohlwollend aufgenommen und wird sie in die weiteren fachlichen Prüfungen und übergeordneten konzeptionellen Prozesse einbeziehen. Konkrete Entscheidungen über Gestaltung, Umfang und zeitliche Umsetzung stehen derzeit noch aus.

Der Abschied von der Brügger Vereinshalle fällt vielen schwer. Gleichzeitig entsteht hier die Chance auf etwas Neues: ein offener, einladender Begegnungsort, der dem Stadtteil gut tut und Raum für gemeinsames Leben schafft.

Mit freundlicher Unterstützung von NORDWAND.digital - Agentur für Webdesign & Social Media aus Halver